Puzzle Mann und Frau

Auch wenn der Webdesign-Sektor nach wie vor eine Männerdomäne ist, sind Frauen in den letzten Jahren doch anteilhaft mehr geworden. Das wirft die Frage auf, welche genderspezifischen Unterschiede zu erkennen sind und vor allem ob eventuell sogar ein differenziertes Userverhalten auftreten kann.

Die Webdesignerin

Seit Jahren steigt die spezifische Nachfrage nach weiblichen Webdesignerinnen in unterschiedlichsten Branchen – aber keinesfalls nur im Kosmetik- und Fashionbereich. Der natürliche Stil zwischen Mann und Frau unterscheidet sich im Webdesign nämlich tatsächlich voneinander. Studien aus Großbritannien belegen, dass Männer eher neutrale, kalte und dunkle Farben bevorzugen, nicht selten wird das mit einer horizontalen, gleichmäßigen und oftmals gar minimalistischen Ausrichtung beim Design kombiniert. Frauen sind hier anders. Sie mögen freundliche, einladende und häufig sogar bunte Auftritte, in denen warme Farben vorkommen und eine weniger steife Ordnung einzelner Elemente zu erkennen ist. Auch textuell zeigen sich Unterschiede in der Ausrichtung und in der Wahl der Fonts – sofern der Kunde hierfür die notwendige kreative Freiheit anbietet.

Genderspezifische Unterschiede der Besucher

Frauen und Männer verhalten sich aber auch als User anders. So neigen Frauen wesentlich eher dazu, eine Webseite erneut zu besuchen oder vielleicht sogar zu einem Stamm-User zu avancieren. Frauen wünschen sich zudem ausgeschmückte Inhalte und tendieren vor allem bei Texten dazu, eher zwischen den Zeilen zu lesen, während sich Männer ihre Informationen gern kompakt und übersichtlich auf den Punkt gebracht wünschen.

Diese persönlichen Präferenzen spiegeln sich selbstredend auch beim Job des Webdesigners wieder und können zudem aus marketingtechnischer Sicht genutzt werden. Das kann bei genre- und branchentypischen Seiten zum Vorteil werden, da persönliche Präferenzen tatsächlich auch auf einen ersten Entwurf abfärben können. Statistiken und Tests zeigen aber deutlich, dass gutes Webdesign in erster Linie durch Talent, Kreativität und viel Arbeit, und nicht durch das Geschlecht, bestimmt wird.